Massloser Gigantismus & Massive Mängel im Planungsverfahren

Zwischen Andermatt und Sedrun soll ein komplett neues Skigebiet innert weniger Jahre aus dem Boden gestampft werden. Mit der Zielgrösse von 800'000 Skifahrer-Tagen pro Jahr will Andermatt-Sedrun nach eigenem Bekunden in die Grössenordnungen von Zermatt, Verbier und St. Moritz vorstossen, den grössten Skigebieten in der Schweiz. Dazu braucht es das Doppelte des heutigen Besucheraufkommens.

Der Kanton Uri unternimmt alles, damit die gigantische Skidestination so rasch als möglich gebaut werden kann. Der ebenfalls betroffene Kanton Graubünden bietet dazu Hand. Wo’s pressiert, passieren Fehler. Was denn auch geschehen ist: «Die eingereichten Unterlagen
der Investoren sind lückenhaft und enthalten Fehler. Und trotzdem will man das Projekt möglichst rasch zum Baustart bringen», kritisiert Pia Tresch, Geschäftsstellenleiterin von Pro Natura Uri. Insbesondere der Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) und die Wirtschaftlichkeitsbeurteilung werden als ungenügend beurteilt.

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Leser-Kommentare: 18 Beiträge
Axel (15. Januar 2014, 17:28)
Die AXPO sponsert diverse Hütternausbauprojekte des SAC. Der SAC hat zwar in den Statuten den Schutz der Bergwelt und der Umwelt. Wenn ordentlich Geld geboten wird, zählt das wohl nicht mehr. Ich war beim SAC, weil ich im Glauben war, dass die Verbandsspitze erkannt hat, dass sie nicht mehr in den Alpen wandern, klettern, Hütten bauen etc. können, wenn die Natur kaputt gemacht wird. Wenn diese Einsicht nun wieder rückwärtsgewandt korrigiert wird, dann will ich diesen Verein mit meinem Mitgliederbeitrag ganz sicher nicht noch unterstützen.
Anna (08. August 2013, 11:57)
Chedi sucht krampfhaft nach Urner Arbeitskraeften: Neue Arbeitsplätze zu schaffen, das ist immer eines der Hauptargumente für solche Projekte. Aber anscheinend sind neue Arbeitsplätze hier gar nicht nötig. Man sollte diese ganze Wachstumsförderung in den "Randregionen" auf Teufel komm raus immer mehr hinterfragen!
Brunner (09. Januar 2013, 21:39)
Schade das ein solche heimelige und ruhige Landschaft durch reine Habgier verschandelt wird. Jetzt kann sich selbst Herr und Frau Schweizer Andermatt nicht mehr leisten! Gerade die Ruhe, ohne Massentourismus, hat doch Andermatt ausgemacht!
Hatte lange Zeit als Schweizer und Auslandschweizer in Andermatt Urlaub gemacht. Jetzt geht das nicht mehr!
Rolf Brunner DE-Walzbachtal
Axel (22. November 2012, 14:40)
Es ist schon höchst erstaunlich, dass die Urner Presse jederzeit positiv über das Resort und die Skigebiete schreibt. Aber über die Problematik der illegalen Baubewilligungen oder dass die geplanten 24 Luxusvillen laut einem unabhängigen Raumplanungsexperten nicht bewilligt werden dürfen, wird still geschwiegen. Zum Glück gibt es nationale Medien...
Anna (13. November 2012, 15:32)
Bananenrepublik Uri oder Vereinigtes Königreich Andermatt?

Interessiert an der Entwicklung des Urserentals habe ich nach dem Beitrag im DRS-Aktuell vom 9.11.2012 konsterniert den Kopf geschüttelt. Da wird mit allen möglichen und teils auch unmöglichen Sonderbewilligungen von Bund, Kanton und Korporation ein Mega-Resort aus dem Boden gestampft. Und die zuständigen Behörden halten sich an nichts! Da wird fröhlich gebaut, Alles unter der gütigen Mithilfe des Kantons, welcher die Oberaufsicht hat! Spätestens wenn es darum geht, dass die Skiinfrastrukturanlagen Geld brauchen, sind dann alle wieder gefragt: Geld nimmt man gerne, aber was man damit macht, geht ja schliesslich niemanden was an, oder?
Axel (31. Oktober 2012, 16:49)
Polnische Elektriker erhalten seit August keinen Lohn. Sie sind auf der Chedi-Baustelle vom deutschen Unternehmen Condor Electric angestellt, welches wiederum im Auftrag des niederländischen Technologiekonzerns Imtech arbeitet. Imtech hat den Auftrag von der deutschen Firma Daldrop erhalten. Daldrop wurde von der ASA mit der Gesamtverantwortung für die technische Gebäudeausrüstung betraut. Alles klar?!?

Gemäss „Zentralschweiz am Sonntag“ sind der ASA die Missstände bekannt und sie verlangt von allen Unternehmen, dass allfällige Missstände behoben werden.
Wo bleiben eigentlich die lokalen und regionalen Firmen?
Axel (24. Oktober 2012, 09:57)
Samih Sawiris sagt im Interview mit der NZZ am 12. Oktober 2012 auf die Frage, an welchem Punkt das Ziel erreicht wäre, eine Destination zu kreieren:

«Dafür braucht es nicht mehr viel: Der Golfplatz ist praktisch bereit, die Entwicklung des Skigebiets auf gutem Weg und das Hotel Chedi fast fertig. Was dann noch notwendig ist, ist wahrscheinlich das Radisson-Hotel. .... Wann die restlichen Hotels gebaut werden, ist nicht mehr so wichtig."

Vielleicht mag man sich erinnern: Die Befreiung von Lex Koller erfolgte unter der Voraussetzung, dass der Vollausbau des Resorts erfolgt bzw. weil vom Projekt eine regionale Bruttowertschöpfung von 120 Millionen CHF im Jahr und die Schaffung von 2000 Arbeitsplätzen erwartet werden.
Axel (18. September 2012, 09:13)
Samih Sawiris hat in Andermatt 73 Appartements für 122,7 Millionen Franken an Acuro verkauft. Bekanntlich sind Sawiris und seine Familie als wichtige Minderheitsaktionäre finanziell an der Acuro Immobilien AG beteiligt.
Nun stellt sich aber die Frage: Sawiris hat ja mit dem Kanton Uri die vollständige Befreiung von der Grundstücksgewinnsteuer ausgehandelt. Wir schaut das aber jetzt für die neuen Besitzer aus? Nach "normalem" Rechtsverständnis müssten diese beim Weiterverkauf zahlen...
Axel (18. September 2012, 08:41)
Ist ja schön, wenn die ASA dem Kanton Uri 32'347 Aktien im Wert von 32.3 Millionen Franken verpfändet hat, um im Falle einer Pleite den Rückbau zu gewährleisten. Bloss - ist die Firma pleite, sind die Aktien nichts mehr wert, und der Kanton sitzt auf einem Scherbenhaufen. Ich hoffe, dass Uri bei den Ski-Infrastrukturen eine schlauere Sicherheit für Pleiten, Pech und Pannen einfädelt!
Lienhard (18. März 2012, 18:37)
Ich finde man sollte eine lokale Demo organisieren, um den Leuten die Möglichkeit zu geben ihre Meinung kundzutun und Widerstand zu zeigen.
Rahel (06. Januar 2012, 10:40)
Wie heisst doch ein altes Sprichwort so schön? "Hochmut kommt vor dem Fall...!" Vielleicht brauchen die Andermatter diese Lektion. Ich will ihnen dies nicht vorenthalten, dennoch glaube ich, dass kleine Skibetriebe, wie Tenna dies mit ihrem Solarprojekt pioniermässig umgesetzt hat, von immer mehr Menschen bevorzugt wird...Nicht noch mehr und noch höher, sondern klein, persönlich, sympatisch und nachhaltig. Umweltverträgliche Projekte sind zukunftsweisend. Wie können die Andermatter dieses Mammutprojekt gutheissen und es zulassen ihre "Seele" zu verkaufen? Ist mir sehr suspekt das Ganze. Ich hoffe sehr auf Einsicht und Mut dieses Projekt zu verhindern. Freundlichst

http://www.skilift-tenna.ch/index.php
Bravo Alice (05. Januar 2012, 21:49)
Ich bin geschockt! Vor Jahren war ich in den Skiferien in Andermatt und schätzte die kleinen aber feinen Skigebiete sehr. Ich fand das Angebot der Lifte ausreichend.

Für die wunderbare, einzigartige Natur, die dort lebenden Tiere und für die Erholung suchenden Menschen wünsche ich, dass kein so wahnwitzig grössenwahnsinniges Projekt verwirklicht wird!!!
Unsere Berge müssen geschützt werden, damit sie nicht allesamt von der Spassgesellschaft okkupiert werden.

Die menschliche Gier nach "Mehr" kennt keine Vernunft und so entfernt sich die menschliche Spezies immer weiter weg von der Natur.
Dieses Projekt gilt es zu vehindern!

Urner wehrt Euch!
Freundlichst
Schuler (15. Dezember 2011, 10:35)
Umweltverbände haben dann nichts einzuwenden, wenn korrekt geplant wird. Also entsprechend den gesetzlichen Vorgaben, die für alle gelten.
Dani (14. Dezember 2011, 18:25)
Gegen Atomstrom,gegen Wasserkraft,gegen Windparks,gegen Skianlagen,gegen Beschneiungsanlagen,gegen Strassen und und und. Mich nimmts wunder wann die netten Umweltschützer einmal nichts einzuwenden haben. Und das schönste an der Sache: man trifft diese Leute im Winter auf dem Sessellift an. Wenn zwei das gleiche tun, ists halt doch nicht das gleiche.
urs hubacher (13. Dezember 2011, 21:15)
Als Skitourengänger und Wanderer habe ich die Tour von der Oberalp via Fellilücke-Lutersee-Gütsch im Sommer und Winter oft begangen. Ich sehe es als überflüssig ein solches Gebiet mit solchen Anlagen zu verschandeln. Dazu kommt noch die grosse Lawinengefahr in diesem Gebiet mit der starken Sonneneinstrahlung.
Warum baut man auf der Strecke Nätschen-Oberalppass der MGB nicht eine Ausweichstelle für den Zugbeterieb? Damit könnte die Kapazität der Bahn erhöht werden.
Warum aktiviert man nicht das stillgelegte Winterhorn?
Bianchini (13. Dezember 2011, 20:52)
Die Sorge um die Natur kann sehr wahrscheinlich jedermann nachvollziehen aber ich bin schon erstaunt, woher besonders der VCS die Arroganz hernimmt, sich überall und immer einzumischen und dutzende Projekte (sogar diverse Projekte, welche vom Souverän angenommen worden sind) zu verhindern oder zu blockieren. Hat schon einmal jemand ausgerechnet, wieviele wertvolle Jobs der VCS erfolgreich verhindert hat?
Heidi König (12. Dezember 2011, 22:00)
Ich schliesse mich dem Wunsch von Herrn Lais an.Und wünsche Ihnen viel Unterstützung von mutigen Menschen, die an die Nachhaltigkeit von natürlichen Ressourcen glauben.
Administrator (12. Dezember 2011, 21:20)
Ich wünsche euch viel Erfolg beim Schutz eurer schönen Bergwelt. Ruedi Lais, Wallisellen Mitglied SAC Manegg, Vorstand und Delegierter Pro Natura ZH, Kantonsrat